Dienstag, 12. Juli 2011

Autonomie

Foto: Uwe Hauth


Lieber Leser,


Gestern habe ich einen Freund besucht. Ich kenne ihn schon ewig. Zufällig wohnt er nicht weit von mir entfernt. Was ihn mit mir verbindet: ein gemeinsam absolviertes Musikstudium. Was ihn von mir unter anderem unterscheidet: der Drang zu absoluter Autonomie.

Mein Leben ist ein Dasein voller Abhängigkeiten. Ich brauche die Wasserwerke, um mir einen Tee zu kochen. Strom kommt auch von außen. Zwei Solarmodule auf dem Dach reichen nur für ein bisschen Badewasser. Ich hab es noch nicht mal ausgerechnet, wie viel das überhaupt bringt. Die Wärmeversorgung ist Erdgasorientiert. Nur die Luft, die habe ich umsonst. Ganz anders mein Freund Alex. Das Haus hat er größtenteils alleine gebaut. Neben seinem Job als Musiker. Wasser zieht er aus dem Brunnen auf seinem Grundstück. Die Größe des Areals erlaubt es, eine fette Fläche mit Solarzellen aufzustellen. Die Einnahmen daraus verbaut er im nächsten Frühjahr. Dann verdoppelt er die Leistung seines grundstückseigenen Kraftwerkes und lässt zusätzlich auch noch eine Wärmeversorgung installieren, die ihre Energie aus der Luft bezieht. Dann hat er die selbst verbrauchte Energie zum Nullkostenpreis.

Der kleine Gemüsegarten an der wettergeschützten Seite des Hauses lässt auch auf Ansätze der Eigenversorgung mit Naturalien erkennen. Dagegen komme ich mir vor wie ein Zivilkrüppel. Ohne den Edeka-Markt im Nachbarort hätte ich schon den Hungertod erlitten. Wenn es mal hart auf hart kommt, kann er bestimmt länger überleben als alle anderen in der Region. Ich würde mich nicht wundern, wenn er demnächst Nutztiere einzäunt, um eine Grundversorgung mit unbelasteten Proteinen für seine Familie abzusichern. Was andere auf Facebook oder anderen Plattform leblos digital mit ein par Mausklicks spielen, hat er dann in 3D in echt erschaffen.

Toll. So viel Autonomie, das bewundere ich. Aber in einem Punkt bin ich aber dann doch erleichtert. Wenn er jemanden zum Quatschen braucht, dann ruft er an. Da ist er halt nicht so autonom. Gott sei Dank. 

Einen schönen Tag wünscht Michael

Coole Anlage - Solarenergie direkt vom Hersteller...

Montag, 11. Juli 2011

Figurprobleme

Foto: Uwe Hauth



Lieber Leser,

„Probier doch mal den Kartoffelsalat. Der ist richtig gut.“ Gestern auf dem Grillabend bei Freunden mit weitem Blick über die Barnimer Landschaft – essen mit dem Wissen, was passieren wird. Steak und Kartoffelsalat. Beides sehr lecker. Zusammen wirkt das leider nicht so gut wie es schmeckt. Denn in meinem Alter geht der Körper mit Mischkost anders um als früher. Leider, muss man sagen.

Wenn man etwas nicht will, dann ist es körperlichen Verfall. Das ganzheitliche Welken ist aber leider Bestandteil des biologischen Programms. Jungbleiben gehört da bedauerlicherweise  nicht zu den Gaben, derer man sich zeitlebens erfreuen kann. Was folgt nach der Aufbauphase, in der sich der Körper ins Leben bäumt und straff seine Muskelstränge durch Raum und Zeit katapultiert? Ein schleichender Versackungsprozess. Bei gleichbleibender Nahrungsaufnahme allmählich andere Ergebnisse – eine unschöne Formel. Irgendwann beschließt nämlich so ein Organteam, einen bestimmten Anteil der eingeschobenen Nahrungsmenge nicht mehr abzubauen sondern in eigens dafür aufgestellten Fettzellen nachhaltig einzulagern. Und dann sieht man plötzlich anders aus.

Ob Reiterhosen oder Bierplauze, Fettzellen sind eigenwillig und folgen bei ihrer Aufstellung einem Plan, der grundsätzlich immer mit dem Schönheitsideal des Körper-Users im Widerspruch steht. Eine gleichmäßige Verteilung großflächig unter der Haut – da würden 20 Kilo Übergewicht überhaupt nicht auffallen. Und sicher würde dadurch ein Auskühlen bei winterlichen Schwimmsportaktionen erheblich verlangsamt. Aber nein, statt dessen hängt das Zeug wie eine Bleischürze über dem Schambein und erschwert den Zugang zum Rotlichtviertel. Oder es verbeult die Seitenlinie auf Hüfthöhe und verwulstet das Breitenmaß. Ganz zu schweigen von der Nackenrolle oder dem Truthahnbeutel unter der Kinnlade.

Pfiffige Zeitgenossen erkennen den Trend rechtzeitig und steuern dagegen. Meistens mit Sport. Das hilft, verändert aber nicht die Tendenz. Da steht man dann den Rest seines Lebens auf dem Laufband und verbrennt Fettzellen. Die willensstarken modifizieren gleichzeitig ihr Essverhalten. Alles was im Körper zu unerwünschten Fettzellen verbaut wird, fliegt vom Speiseplan. Das muss man erst mal lernen, wenn man zum grillen eingeladen wird. Trennkost - entweder Steak oder Kartoffelsalat. Eine Ameise hat das Problem nicht. Immer eine Top-Figur und dabei kann sie noch das vierzigfache ihres Körpergewichts schleppen. Wow. Tauschen möchte ich trotzdem nicht.

Mahlzeit, sagt Michael



Samstag, 9. Juli 2011

Die Hängematte

Foto: Markus Wiese


Lieber Leser, 

irgendwann hatten wir sie mal gekauft. So eine Hängematte. Bunt gestreift. Rot, Gelb, Orange. Grün war auch drin. So ganz genau kann ich die Farben leider nicht mehr aufzählen. Und das hat einen ganz bestimmten Grund. Farbenblindheit ist es jedenfalls nicht.

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Moment der Geld-gegen-Ware-Übernahme. Das sind so Einkäufe, bei denen man sich automatisch toll fühlt. Weil man die Drittewelt-Handwerker bildlich vor sich sieht, welche das Produkt auf den Fingerspitzen der unverschuldeten Armut aus den Heimischen Rohstoffen geschabt, gesponnen, verwebt und gefärbt haben müssen. Solche Läden sind ja meistens voll mit Devotionalien aus den Ländern, deren Kolonialwaren unsere Wohlstandsbunker schmücken sollen. Kindsgroße Holzfiguren mit langgezogenen Dämonenfratzen, wackelige Schubkastentürme, bei denen sich nach 6 Wintermonaten krügerrandgroße Verschwindespalten auftun. Oder flochtgesponnener Wandschmuck aus Besatzerarmeebeständen alter Paketschnur, in denen sich sehr gerne Weberknechte aufhalten, wenn man mal 12 Stunden nicht mit dem Staubwedel rüber gehuscht ist. Zeug halt, was Atmo schafft.

Und diese besagte Hängematte aus irgend einer wirtschaftlich aufstrebenden Region der Marke Regenbogen hing über Nacht zwischen zwei extra dafür über Jahrzehnte hochgewachsenen Grundstückskiefern. Es meiner Trägheit verdankend sog der Stoff in den Morgenstunden einen Regenguss auf. Das ist nicht schlimm. Der folgende Tag war mit Sonne durchsotten und jeder Achtklässler weiß: das verdunstet wieder. Frauen sind da oft anderer Meinung und holen das Teil vor dem Regen rein. Den meisten Männern ist so was wurscht. Die kennen sich halt mit den physikalischen Gesetzen aus.

Der Spätnachmittag nahte. Ich verschalte mich anlassfrei aus purer Lust am Leben mit einem schneeweißen Outfit. Leichter Sommerdress. Hose, Hemd mit schönen Seidenmustern – ist wahrscheinlich auch irgendwo auf der anderen Seite des Erdballs mundgeklöppelt worden. Egal, es sah toll aus. Kann ja sein, die Paketbotin kommt, da will man halt nicht in einer Assi-Kutte da stehen. Als ich mich in diese Hängematte legte, war die Restfeuchte schon noch spürbar. Nicht sehr angenehm. Aber die Sonne schien. Was soll’s, die Physik wird es schon richten.  Nach 5 Minuten fühlte ich mich dann aber doch, als hätte ich einen nassen Badeanzug an und stand wieder auf. Erst jetzt merkte ich, dass der Regen alle Farben zu einer einzigen verwaschen hatte. Alles hatte jetzt so einen rotstichigen Ockerton. Die Matte sah farblich aus wie ein schmutziger Kneipenboden einer Strandbar. Also nicht farbecht, der Hängeschrott. Was will man auch erwarten. Ist ja ein Entwicklungsland. Und waschfeste Farbe wird da ja erst noch entwickelt. Alles nicht schlimm, sieht sie halt nicht mehr aus, die Hängematte.

Was mich dann doch noch zu einem leichten Ärger inspiriert hat, war das Erscheinungsbild meines einst schneeweißen Outfits. Das hatte ich mir nämlich ruck zuck in nur 5 Minuten abhängen mit all den Hängemattenfarben gebatikt. Geschieht dem Kolonialherren recht, denkt sich der Hersteller. Dabei hatte ich beim Einkaufen so ein positives Gefühl. Schade.

Frohes abhängen wünscht Michael

Freitag, 8. Juli 2011

Messi-Syndrom

Foto: Uwe Hauth



Lieber ordentlicher Leser,

Ich war gestern in der Wohnung einer alleinstehenden Frau. Um beim aufräumen zu helfen. Ja, das gibt es. Frauen, deren Wohnverhalten vermännlicht. Wenn ein Mann wie ein Messi lebt, dann wird das als normal hingenommen. 'Drecksau', denkt man, 'typisch Junggeselle'. Trifft man ein solches Chaos in der Wohnung einer Frau, wird sofort der Hilfereflex angesprochen. Geht ja auch nicht. So eine schöne Frau, fit in der Birne wie zwei linke Turnschuhe und dann das. Wie man ein Messi-Syndrom nachhaltig aushebelt, das weiß ich nicht. Aber eines weiß ich. Wenn etwas wie erste Hilfe hilft, dann ein 8-Kubikmeter-Container für Mischmüll.

Ein Messi jammert natürlich bei jeder alten Plastetüte, die man entsorgen will: Das könne man nicht wegwerfen, die sei doch noch brauchbar. Und der Aufdruck, so schön bunt... Meine Faustregel: „Hast Du das in den letzten 6 Monaten in der Hand gehabt? Nein? Dann ist es Müll.“ Und weg damit. Ich wurde zum Müllzilla. Was man da alles findet. Ein Karton mit Fanartikeln der Gruppe Tokio-Hotel. Wow. Ich kenne jetzt jemanden, der das gekauft hat. Nie ausgepackte Bastelbausätze für um schöner zu wohnen. Das basteln fand nie statt. Sie hat keine freie Stelle im Haus gefunden, wo sie das hätte ausbreiten können. Schön. Ab in den Müll. Rechnungen, stapelweise, alle aus 1998? Der Steuerberater hätte sie damals sicher gut gebrauchen können. Müll. Spielzeugautos für kleine Jungs? Der ist jetzt schon 18 und spielt an was anderem. Müll. Eine Geburtsurkunde? Für jene eben diese Frau? Das Alter sollte eh ein Geheimnis bleiben. Also auch Müll.

Warum haben wir Menschen das? Diesen Zwang unnütze Sachen aufkaufen zu müssen, das findet man bei Ameisen nicht. Die schleppen nur in den Hügel, was sie auch wirklich brauchen. Ich habe heute eine wasserdichte Hülle für mein iPhone gegoogelt. Damit ich auch im Waldsee noch erreichbar bin und telefonieren kann, wenn ich über den See schwimme. Wie bekloppt bin ich denn. Brauche ich das? Nein. Lerne zu lauschen, wenn Du einen Vogel hörst. Das sind die schönsten Klingeltöne des Lebens. Alles andere ist Müll. Früher oder später.

Liebe Grüße von Michael




Donnerstag, 7. Juli 2011

Hunde in der Stadt



Foto: Uwe Hauth



Lieber Hundebesitzer,

in der Stadt hast Du es echt schwer. Die geliebte Fellfresse muss jeden Tag raus. Und das meistens nur um sich den Pelz einzusauen, die Gehwege zu verkoten und um sich mit den Dentin-Zinken in Radfahrerwaden zu verbeißen. Grade im Wonnemonat November, wenn der Himmel alles an nassfeuchtem Restemoder auf das Epizentrum der schlechten Laune Berlin fallen lässt, dann schleppt Deine Zeckentheke den halben Stadtdung in die Mietsschatulle und verteilt den feuchten Straßenbrei auf den abgezogenen Dielen. Den Teppich hast Du schon letztes Jahr schweren Herzens entsorgen lassen, nachdem der Gestank Marke "sehr nasser alter Hund" innerhalb der Familie nicht mehr zu vermarkten war. 

Dabei will ich gar nicht von diesen demütigenden Kniefällen reden, bei denen Du aussiehst wie Willi Brandt am 7. Dezember 1970 in Polen. Nur dass Du Dich nicht rückwirkend für die Nazis fremdschämst sondern mit einer Plastetüte handwarme Verdauungsprodukte aufnimmst. Ganz selten sind diese mal geruchsneutral. Meistens wenn Du mit einer Nasennebenhöhlenentzündung zu kämpfen hast. Das ist alles nicht schön in der Stadt mit einem Hund.

Ich habe auch einen Hund. Aber auf dem Land. Genauer gesagt im Wald. Hier ist es eher unüblich, Hundekot wieder mit nach Hause zu nehmen. Das genieße ich ein bisschen. Aber hier auf dem Land haben Hunde ein anderes Problem. Wie arbeitslose Hartz4-Empfänger ohne Motivation wissen sie nichts mit sich anzufangen. Sie stehen den ganzen Tag am Zaun und glotzen. Und wenn mal einer vorbei kommt, schlagen sie an. Das ist eine euphemistische Umschreibung für nerviges Bellen. Das machen sie so lange, bis der Grenzgänger vorbei gezogen ist. Stadthunde machen das nicht. Sie konzentrieren sich auf ihre wesentliche Lebensaufgabe: das einsauen humanoider Wohnräume. 

Also wenn Dich mal wieder jemand annmacht, dass sei doch Tierquälerei mit einem Hund in der Stadt und so, dann zeige dieses Filmchen hier unten. Dumme Hunde bei ihrer Arbeit. Auf dem Land. Tragisch. Dann lieber Stöckchen werfen auf dem Mont Klamott.





Alles Gute von Michael 

Mittwoch, 6. Juli 2011

Fotografen mit Motivsperre

Foto: Uwe Hauth
Liebe Fotografen,

ich habe mich echt gefreut. Wirklich. Wann ist man schon mal Kabarettbundesmeister. Nur einmal im Leben. Und das reicht ja auch. Danach kann man sich zurücklehnen und auf den Malediven seine Siegerprämie aus liqueuredurchsottenen Kokosnüssen verschlürfen. Die Kokusnüsse werden schnell alle sein. Denn wie auch in den Anfängen der Bundesliga im Fußball ist das Interesse des globalen Finanzwesens noch nicht sonderlich groß. Und so wird man auf meinen Anzügen vergebens ein Logo suchen, das ich als teuren Werbeträger identifiziert. Kommt noch. In einigen Jahren wird der Sieger in einer Luxuskarosse vorgefahren. 2011 musste ein Fahrrad reichen.

Und dann die Sache mit den live geschossenen Fotos. Ich weiß nicht. Ich habe immer den Eindruck, ein Kleinkunstpaparazzo wartet immer den Moment ab, in welchem man eine besonders unvorteilhafte Fratze zieht. Dann drückt er ab. So kommt es, dass durch den Pressewald eine Armada von Fotos über uns geistert, die und als halbdebile Psychedeliker zeichnen, die ihre Medikamente zu früh abgesetzt haben.

Da gibt es drei Lösungsvorschläge. Der erste geht an die Fotografen. Bitte immer nur dann abdrücken, wenn man sich in einer Position befindet, welche die vorteilhaftesten Passagen des Körpers zur Geltung kommen lassen. Sicher, viel Auswahl habt ihr da nicht. Aber Übung macht den Meister. Man bekommt ein Auge dafür, wann ein Bauch beult und wann er strafft.

Der zweite Vorschlag geht an uns selber. Man möge doch als Künstler bitte immer nur ein und die selbe Visage benutzen. Das stoische sprechen in einer lahmgelegten Gesichtspassage, welches sich fernsehtrainiert immer nur minimalster Bewegungen bedient, ist vom Zuschauer eh viel leichter zu erfassen. Wer dazu Lifting, Botox oder einen Schlaganfall benötigt, der muss das einsetzen. Bei Dieter Nuhr hat es ja auch geklappt. Und schaut, auf welchem Gipfel er nun trohnt.

Der dritte Vorschlag trifft die Pressefreiheit. Promis setzen das gnadenlos durch. Geprintet wird nur, was genehmigt wird. Da möchte ich auch bald hin. Visuelle Selbstbestimmung, das werde ich in Zukunft durchsetzen.

Oberhalb des Blogs sieht man ein Pressefoto, das mit Zeitaufwand im Studio geschossen wurde. Hier unten nun eine kleine Auswahl der live geschossenen Fotos. Nur mal so zum Vergleich...








Würden Sie diesem Mann ein Zimmer vermieten?

:-)

Michael Sens

Dienstag, 5. Juli 2011

Zu Gast bei Schubis Hochzeitsparty

Foto: Uwe Hauth



Liebe Anfänger des Showgeschäftes,


Wenn ihr mal nicht wisst, ob ihr einen künstlerischen Freundschaftsdienst leisten sollt, bei dem euch die räumliche Beschaffenheit nicht klar ist, in welcher ihr euch da verheizen werdet, so nehmt circa 15 Minuten vor eurem Auftritt eine Valium mit einem Fingerhut voll Rottkäppchensekt zu euch. Danach merkt ihr nicht mehr, wie eure Pointen unter einer 30 Meter hohen Kuppelhalle verdunsten wie die Atemluft einer Schimmelpilzflechte in der Sahara.

Wenn ihr nicht wisst, die der Humorquerschnitt eurer Zwangszielgruppe justiert ist, der ihr euch ausgeliefert seht, so nehmt 5 Minuten vor eurem Auftritt zwei Valium mit einem Nullzweierglas Rotkäppchen halbtrocken zu euch. Danach merkt eure Großhirnrinde nicht mehr, wie euer intellektuelles Gewirk auf dem Kompost der Schlichtheit in Zeitraffer verrottet.

Wenn ihr nicht wisst, wie ihr nach einem solchen Desaster unbeschadet den Heimweg finden sollt, werft euch drei Valium ein, verkübelt dabei einen Liter Rotkäppchen rose' und wartet auf den Notarzt. Vergesst bitte nicht, euren Hals mit einem Pappschild zu umranken, auf dem die Betäubika vermerkt sind, die es aus euch heraus zu saugen gilt. Das erleichtert die Rückholhaktion der Kollegen.

Wenn ihr nicht wisst, wie ihr bei einem nächsten Anruf reagieren sollt, bei dem eure Gratiskünste gefordert sind, auf denen ihr euch leerpumpen sollt, so stellt euch vor einem mannshohen Spiegel auf und übt 120 Sekunden lang das Wort "nein" in den Raum zu sprechen.

Danach wird euer Leben schöner. Glaubt mir.

Euer Michael